Hamburger Polizei appelliert an schwule Gewaltopfer: Täter anzeigen

Die Polizei appelliert in Hamburg an Opfer antischwuler Gewalt, die Tat den Behörden zu melden; noch immer sei die Anzeigebereitschaft aufgrund der Angst vor "rosa Listen" sehr gering.

 

"Die Polizei kann nur handeln, wenn sie auch Hinweise bekommt", erklärte Eckhard Carrie, einer von vier Ansprechpartnern der Hamburger Polizei für Schwule und Lesben, gegenüber der Tageszeitung "Welt". Besonders ältere Schwule glaubten, dass die Behörden weiterhin auf "rosa Listen" die Homosexualität von Bürgern vermerken würde. Zuletzt hatte es 2005 Streit um rosa Listen gegeben, als mehrere Bundesländer die Speicherung des Merkmals "Homosexualität" in besonderen Fällen propagierten (queer.de berichtete).

Anlass für die Forderung der Polizei war ein Überfall auf einen 27 Jahre im Rollstuhl sitzenden US-Studenten: Er wurde am Sonntagmorgen im Hamburger Stadtteil St. Georg offenbar für schwul gehalten und mit homophoben Sprüchen beleidigt ("Seid ihr Schwuchteln oder was"). Als er sich vom Ort entfernen wollte, warfen die südländisch aussehenden Täter den Rollstuhl um und traten ihm gegen den Kopf. Er musste daraufhin im Krankenhaus behandelt werden.

Zuletzt gab es vermehrt Berichte über homofeindliche Überfälle in Berlin (queer.de berichtete). Deshalb wurde in der Hauptstadt das "Bündnis gegen Homophobie" gegründet (queer.de berichtete).

 

Quelle: queer.de

 

 
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